Berlin

Was bei der „Langen Nacht der Museen“ alles zu erwarten ist

Mehr als 80 Häuser sind heute dabei. Shuttlebusse bringen die Besucher ans Ziel

Die „32. Lange Nacht der Museen“, bei der am heutigen Sonnabend mehr als 80 Berliner Häuser in der Zeit 18 Uhr bis 2 Uhr geöffnet haben, ist ein Pflichttermin im Berliner Kulturkalender. Berliner und Berlin-Besucher können sich auf sechs Shutte-Bus-Routen ihre ganz persönliche Museumsnacht zusammenstellen. Alle Busse starten und enden am Kulturforum Potsdamer Platz. Die Nacht steht ganz im Zeichen des Themenjahres 2013 „Zerstörte Vielfalt“. Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten im Januar 1933 begann in Deutschland die Verdrängung sämtlicher kultureller, politischer und wirtschaftlicher Kräfte, die nicht den ideologischen Vorgaben der NSDAP entsprachen. Das hatte die fast vollständige Zerstörung der kulturellen Vielfalt zur Folge. Es gibt Sonderausstellungen zum Thema, Konzerte, Vorträge, Gespräche und Lesungen.

Die Berlinische Galerie in Kreuzberg stellt in besonderen Führungen verfemte Künstler vor (19.30, 20.30, 23.30 Uhr). Werke aus der Zeit zwischen 1933 und 1938 sind speziell gekennzeichnet und mit Biografien ergänzt. Um 16 Uhr startet das Kinderprogramm mit einer Malaktion.

Die Gemäldegalerie am Kulturforum besitzt eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen europäischer Malerei. Meisterwerke von van Eyck, Bruegel, Dürer, Raffael, Tizian, Caravaggio, Rubens und Rembrandt können hier besichtigt werden. In drei Sälen können Besucher um 20.30 Uhr und um 22 Uhr selbst Alte Meister zeichnen – unter Anleitung versierter Künstler. Allen Teilnehmern winkt zusätzlich ein Gewinn in einer Tombola.

Im Musikinstrumenten-Museum wird um 18 Uhr die mächtige Wurlitzer-Kino-Orgel angeworfen. Ab Mitternacht kommt sie nochmals zum Einsatz und liefert die musikalische Begleitung für den Stummfilm „Die Frau, nach der man sich sehnt“ mit Marlene Dietrich.

Ein Anziehungspunkt in der Langen Nacht ist die Museumsinsel. Wie immer ist das Pergamonmuseum dabei. Erstmals aber auch das Neue Museum. So haben Nofretete-Fans die Chance, die Ausstellung „Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete“ zu später Stunde zu sehen. Ab 23 Uhr führt die Berliner Capella vor dem Museum Stücke aus der „Echnaton“-Oper von Philip Glass auf.

Das Bröhan Museum in Charlottenburg hat sich auf Jugendstil, Art déco und Funktionalismus spezialisiert und präsentiert seine Objekte der angewandten und bildenden Kunst in speziellen Raumensembles. Um 21 Uhr steht zur Langen Nacht der Liederabend „Ver-Ton-ungen“ auf dem Programm. Mit Werken von Richard Strauss, Alma Mahler, Grethe von Zieritz u. a., vorgetragen von Gesa Hoppe (Sopran) und Claar ter Horst (Klavier).

Karten für die „Lange Nacht der Museen“ kosten 18 Euro, erm. 12 Euro, für Kinder bis 12 Jahren ist der Eintritt frei. Die Tickets gelten für alle teilnehmenden Häuser, den Bus-Shuttle und für die öffentlichen Verkehrsmittel von 15 bis 5 Uhr. Das komplette Programm und die Shuttle-Bus-Routen finden sich im Internet unter: www.lange-nacht-der-museen.de.