Personalien

RBB weist Kritik an seinem Chefredakteur Singelnstein zurück

In scharfer Form hat der Redakteursausschuss des RBB seinen Chefredakteur Christoph Singelnstein kritisiert.

Er erwarte „von einem Chefredakteur, dass er sich vor seine Mitarbeiter stellt und inhaltlicher Einflussnahme von außen ausnahmslos widersteht“, heißt es in einer Stellungnahme. Der eigentliche Grund für diese Kritik liegt bereits zehn Monate zurück. Ein RBB-Redakteur hatte Ministerpräsident Matthias Platzeck über das Flughafen-Desaster befragt. Dieser hatte ungehalten reagiert, was in den frühen Regionalnachrichten auch zu sehen war. Auf Weisung des Chefredakteurs Christoph Singelnstein wurde der Beitrag für spätere Sendungen umgeschnitten. Zuvor gab es einen Anruf des brandenburgischen Regierungssprechers in der RBB-Chefredaktion, der sich über den Beitrag beschwerte hatte.

Anschließend gab es, so der Redakteursausschuss, eine Aussprache mit Singelnstein, der „Fehler“ eingeräumt hätte. Der Vorfall schien also erledigt. Doch Singelnstein sprach, befragt vom „Spiegel“, von einer „Überfall-Situation des Interviews“. Demnach hätte Platzeck nicht ahnen können, dass er auf den Flughafen angesprochen wird. Woraufhin er veranlassen ließ, den Beitrag umzuschneiden. Der Ärger geht wieder von vorn los: „In Verantwortung stehende Politiker auf aktuelle Fragen anzusprechen, gehört zum journalistischen Handwerk. Auch ohne „Vorwarnung“ und auch bei öffentlichen Terminen, bei denen es um eventuell ganz andere Themen geht,“ so der Redakteursausschuss. Auf Anfrage der Morgenpost sagte der Sprecher des RBB, dass auch durch die Stellungnahme der eigenen Redakteure die Position Singelnstein nicht gefährdet sei. „Es handelt sich hierbei um einen Appell, nicht um ein Misstrauensvotum.“