Justiz

Beltracchi-Skandal: Anklage gegen Museumsdirektor

16 Monate nach der Verurteilung des Kunstfälschers Wolfgang Beltracchi hat die Staatsanwaltschaft Köln Anklage gegen den Direktor des Kunstmuseums Ahlen, Burkhard Leismann, erhoben.

Ihm werde Beihilfe zum versuchten Betrug in einem Fall vorgeworfen, bestätigte Leismanns Anwalt Hermann-Josef Bunte am Freitag. Zugleich wies Bunte die Vorwürfe zurück. In der Anklageschrift stehe, dass Leismann als „gutgläubiges Werkzeug“ von der Beltracchi-Bande missbraucht worden sei. Staatsanwaltschaft und das Landgericht Köln äußerten sich noch nicht zu dem Vorgang.

Es geht um ein gefälschtes, angeblich von Fernand Léger stammendes Bild, das im August 2010 in dem Ahlener Museum beschlagnahmt worden war – kurz bevor es für fast sechs Millionen Euro verkauft werden sollte. Leismann war in die Verkaufsbemühungen eingeschaltet. Zwei Tage nach der Beschlagnahme wurden Beltracchi und seine Frau Helene festgenommen. Das Ehepaar und zwei Komplizen sind bereits zu Haftstrafen von bis zu sechs Jahren verurteilt worden. Die Bande hatte jahrelang gefälschte Bilder in den Kunstmarkt geschleust und mindestens 16 Millionen Euro kassiert.