Medien

RTL Radio ist einer der wenigen Gewinner

Die meisten Sender in Berlin-Brandenburg verlieren Zuhörer

Es sind so etwas wie Zeugnisse für die Radioprogramme, sagt ein Moderator in der Morgensendung. Die Ergebnisse der Media-Analyse (MA) Radio sind für Programmmacher besonders wichtig und spannend, weil sich der Umfang der auf den Sendern geschalteten Werbung nach ihnen bemisst. Wer viel gehört wird, ist ein guter Werbeträger. Dieses Jahr kann sich besonders 104.6 RTL über eine ganze Menge neuer Hörer freuen, nämlich 24.000. In der besonders relevanten Währung Durchschnittsstunde kommt der Privatsender nun auf 222.000 Hörer im Raum Berlin-Brandenburg. Das ist ein Plus von 12,1 Prozent gegenüber der vergangenen Media-Analyse, deren Ergebnisse im Juli 2012 bekannt gegeben wurden. In der MA wird die Radionutzung in Deutschland telefonisch abgefragt. „Hörer pro Durchschnittsstunde“ entspricht dabei dem Mittelwert aller Hörer eines Programms in einer Stunde zwischen 6 und 18 Uhr von Montag bis Freitag.

Platz zwei geht an den rbb-Sender Antenne Brandenburg, der auf 216.000 Hörer kommt, allerdings im Gesamtmarkt der beiden Bundesländer 25.000 Hörer respektive 10,4 Prozent verliert. Trotz des Verlusts von 38.000 Hörern bleibt BB RADIO die Nummer drei (minus 19,5 Prozentpunkte). Einen großen Anteil ihrer Hörerschaft verlieren außerdem JAM FM Berlin (-30,6 Prozent), das christliche Programm Radio Paradiso (-24,2 Prozent), 94,3 rs2 (-20,3 Prozent), 100,6 FluxFM (-17,6), auch das rbb-Programme radio eins (-16,7 Prozent) und Fritz (-13,2 Prozent) verlieren Zuhörer.

Claudia Nothelle, Programmdirektorin des RBB, stellt sich den durchwachsenen Ergebnissen der beiden Programme: „Da liegt Arbeit vor uns“, sagt sie. Allerdings gibt es auch eine erfreuliche Nachricht für den rbb: Das Inforadio gewinnt 4000 Hörer im Markt Berlin-Brandenburg hinzu – ein Plus von 7,7 Prozent. Dieses Ergebnis bezeichnet Nothelle als „neuerliche Bestätigung unserer Informationskompetenz“. Einen „Aufwärtstrend“ verortet sie für radioBerlin 88,8 – auf dem Berliner Radiomarkt machte das Programm einen Sprung von vier Prozentpunkten, das sind 3.000 Hörer mehr.

Da das Kulturradio vom rbb werbefrei ist, wird hier nur die sogenannte Tagesreichweite als Währung ausgewiesen. Diese hat sich im Vergleich zum vergangenen Media-Analyse-Ergebnis vom Juli 2012 nicht verändert. An einem durchschnittlichen Tag von Montag bis Freitag hören 2,1 Prozent der Bevölkerung ab 10 Jahren Kulturradio.

Betrachtet man die Hauptstadt ohne Brandenburg, verändert sich die Reihenfolge der Top-5-Programme ein wenig: Nummer eins belegt 104.6 RTL mit 137.000 Hörern (+2,2 Prozent), Platz zwei radioBERLIN 88,8 vom rbb mit nun 78.000 Hörern (+4,0 Prozent), Platz drei Berliner Rundfunk 91,4 mit 74.000 Hörern (-14,9 Prozent), 105,5 Spreeradio mit 72.000 Hörern (-11,1 Prozent) und 94,3 rs2 mit 70.000 Hörern (-25,5 Prozent).

Stephan Schmittler, Geschäftsführer des RTL Radio Berlin, für 105,5 Spreeradio und 104.6 RTL zuständig, sagte am Mittwoch: 104.6 RTL treffe „mit seinem Mix aus aktuellen Hits, Comedy und Gewinnspielen wie kein anderer den Nerv der Zeit“.