Finanznöte

Im Jubiläumsjahr geht Sankt Pauli Museum das Geld aus

Das Sankt Pauli Museum ist 25 Jahre nach seiner Gründung in Geldnöten – und hofft nun auf einen Zuschuss der Stadt Hamburg.

Das Museum in der Davidstraße habe „ernste Probleme“, schreibt Kiezfotograf Günter Zint in einem offenen Brief an Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos). Zint ist Gründer und Ehrenvorsitzender des Museums, das nach eigenen Angaben die weltweit größte zusammenhängende Sammlung zum Thema St. Pauli besitzt.

„Ich kann nicht glauben, dass Hamburg für seinen interessantesten Stadtteil, der viele Steuereinnahmen beschert, so wenig im Kulturbereich übrig hat“, heißt es in Zints Brief. Für einen professionellen Betrieb brauche das Sankt Pauli Museum pro Jahr rund 60.000 Euro. „Dies ist weit unter den Zuschüssen, den andere, weniger besuchte Institutionen bekommen.“ Er habe das Museum viele Jahre lang mit seinem Privatvermögen unterstützt, schreibt der Journalist und Buchautor. „Dies kann ich als Rentner nun nicht mehr.“

Die Kulturbehörde habe keine Möglichkeit, Privatmuseen institutionell zu fördern, sagte deren Sprecher. „Das Sankt Pauli Museum hat aber in den vergangenen Jahren mehrfach projektbezogene Förderungen erhalten.“ So seien 2010 aus Mitteln der Bürgerschaft rund 184.000 Euro als Anschubfinanzierung für den neuen Standort gewährt worden. Das Sankt Pauli Museum wird Zint zufolge seit 2005 von einem gemeinnützigen Verein betrieben. „Dieser Verein musste im Januar unseren beiden wichtigsten Mitarbeiterinnen kündigen, da die Lohngelder nicht vorhanden sind.“ Ohne Geschäftsführung und wissenschaftliche Kompetenz könne das Museum aber langfristig nicht überleben. „Im Moment helfen wir uns mit 400-Euro-Kräften, Praktikanten und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen.“