Kunst

Berlin streitet über Museum im einstigen Breker-Atelier

Die Werkstatt des früheren NS-Bildhauers Arno Breker (1900-1991) am Käuzchensteig im Berlin-Zehlendorf soll zu einem Museum umgebaut werden.

Im einstigen Atelier Brekers, der mit seinen Monumentalplastiken und Büsten von Adolf Hitler und Richard Wagner zu den Vorzeigekünstlern des NS-Regimes gehörte, soll Kunst der Nachkriegszeit präsentiert werden.

Das Projekt, das mit 160.000 Euro vom Land Berlin gefördert werden soll, sorgte im Berliner Abgeordnetenhaus für heftige Debatten. Die Grünen-Kulturpolitikerin Sabine Bangert warf dem Senat vor, ein neues Museum „durch die kalte Küche“ einrichten zu wollen. Der Linke-Abgeordnete Wolfgang Brauer sagte, für ein Museum biete der Ort zu wenig Platz und sei im Stadtteil Dahlem am Rande des Grunewalds schwer erreichbar. Die Piraten kritisierten eine fehlende Transparenz bei der Fördermittel-Vergabe.

Dagegen sprach Kulturstaatssekretär André Schmitz von einem „historischen Ort“. Das Museum sei lange geplant, die Gelder dafür bereits im Haushalt vorgesehen. Der Wegfall von zehn Ateliers, die bisher im Breker-Atelier untergebracht waren, sei angesichts des Senatsprojekts, 100 Ateliers in der Stadt zu schaffen, verschmerzbar.

Die Bernhard-Heiliger-Stiftung, die den Nachlass des Bildhauers und Breker-Schülers Bernhard Heiliger (1915-1995) pflegt, will das rote Backsteingebäude für rund 1,4 Millionen Euro in seinen historischen Zustand zurückversetzen. Dafür hatte schon die Lotto-Stiftung Mittel zugesprochen. Dagegen wehrt sich eine Initiative, die in dem Atelier ein „Haus der Kunst“ einrichten will. Zeitgenössische Künstler sollen Arbeits- und Ausstellungsräume erhalten, als „Labor und Werkstatt“ soll hier vor Ort auch das Verhältnis von Kunst und Macht beleuchtet werden.