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Wieland Giebel (63), Buchhandlung Berlin Story, Unter den Linden 26, Mitte: Wie es sich für einen Kiezkrimi gehört, spielt auch Susanne Rüsters Debütroman „Der letzte Tanz“ an ein paar Straßenecken. In der Nacht vom 1. Mai zerstört eine Gasexplosion am Kreuzberger Spreeufer eine stillgelegte Fabrik. Dabei wird die Tänzerin Samantha Dark getötet. Die hatte mit ihrer Tanz-Compagnie „Tanzart“ das Gebäude besetzt, was Fabrikbesitzer Johan Belmonte ein Dorn im Auge war. Die junge, ehrgeizige Staatsanwältin Natalia Kaiser und Kriminalkommissar Michael Pfeil ermitteln im Spannungsfeld zwischen Kiezaktivisten, Linksautonomen, Tänzern und Immobilienspekulanten. Ein Minenfeld, wie es scheint, denn der Oberstaatsanwalt entzieht Natalia Kaiser den Fall. Doch sie ermittelt weiter. Die Autorin war selbst Staatsanwältin, ist heute Richterin in Potsdam. Beeindruckend, wie sie auf realistische, spannende Weise unsere gesellschaftlichen Verhältnisse beschreibt.

Susanne Rüster: Der letzte Tanz, Edition Karo, 232 Seiten, 15 Euro.