Bühne

Potsdamer Theaterprojekt zum NSU-Sumpf

Von „Pannen“ möchte die Bundestagsabgeordnete Eva Högl (SPD) nicht reden, weil das „so verharmlosend klingt“.

Sie sitzt im NSU-Untersuchungsausschuss und spricht vom „Versagen der staatlichen Institutionen“. Zehn Morde überwiegend an Migranten soll das Terror-Trio zwischen 2000 und 2007 begangen haben, erst 2011 wurde der rechtsterroristische Hintergrund dieser Taten aufgedeckt. Am Potsdamer Hans Otto Theater (HOT) befasst sich Regisseur Clemens Bechtel in „Mit Tötungsdelikten ist zu rechnen“ jetzt mit dem NSU-Sumpf und dem alltäglichen Rassismus. Bechtel, der für seinen dokumentarischen Theaterabend „Staats-Sicherheiten“ den Friedrich-Luft-Preis 2008 erhielt, arbeitet diesmal mit sechs Laien, neben der Politikern Eva Högl tritt auch ein Ex-Neonazi auf, und drei Schauspielern, die die Erlebnisse der „Spezialisten“, so nennt Bechtel seine Experten, szenisch darstellen. Idee und Konzept stammen von Lea Rosh und Renate Kreibich-Fischer. Die Uraufführung findet am 23. Februar am HOT (Spielstätte Reithalle) statt, weitere Aufführungen am 1. und 5. März.