Bühne

Nur eine Berliner Inszenierung beim 50. Theatertreffen

Das Berliner Theatertreffen feiert seinen 50. Geburtstag, aber das Wiener Burgtheater darf nicht gratulieren.

Obwohl die Bühne die Rangliste der Einladungen mit 45 Gastspielen anführt. Aber Tradition und Statistik zählen bekanntlich nicht zu den Auswahlkriterien der Jury. Die besteht aus sieben Kritikern, die sich in den vergangenen zwölf Monaten 420 Inszenierungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz angeschaut und schließlich zehn eingeladen haben. Darunter drei Neulinge, eine recht hohe Quote. Berlin ist lediglich mit einer Produktion vertreten: Mit Herbert Fritschs Inszenierung „Murmel Murmel“, die an der Volksbühne herauskam. Damit hat die Jury mindestens zwei ebenfalls bemerkenswerte Arbeiten ignoriert: „Die Räuber“ von Antu Romero Nunes und Thomas Ostermeiers „Ein Volksfeind“.

Während die Juroren in Österreich nicht fündig wurden, haben sie zwei Schweizer Produktionen zum 50. Theatertreffen eingeladen, das vom 3. bis 19 Mai stattfindet: Mit „Disabled Theater“ kommt dabei eine Arbeit nach Berlin, die auch vom Hebbel am Ufer koproduziert wurde und zur Eröffnung der neuen Intendanz von Annemie Vanackere gezeigt wurde. Der Choreograf Jérome Bel hat gemeinsam mit behinderten Schauspielern des Theater Horas (Zürich) diesen Abend erarbeitet. Der zweite Schweizer Beitrag ist Brechts in der Finanzkrise gern gespielter Klassiker „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“, den der Berliner Sebastian Baumgarten am Schauspielhaus Zürich inszeniert hat.

Je zweimal sind die Münchner Kammerspiele (mit Sebastian Nüblings „Orpheus steigt herab“ und Johan Simons „Die Straße. Die Stadt. Der Überfall“) und das Schauspiel Köln („Die Ratten“/Regie Karin Henkel; „Reise durch die Nacht“/ Regie: Katie Mitchell) vertreten. Außerdem wurden Luk Percevals „Jeder stirbt für sich allein“ (Thalia Theater Hamburg), Michael Thalheimers „Medea“ (Schauspiel Frankfurt) und Sebastian Hartmanns „Krieg und Frieden“ (Schauspiel Leipzig/Ruhrfestspiele Recklinghausen) eingeladen.