Deutsche Schauspielerpreis

Der Neuling unter den Filmpreisen

Zum zweiten Mal wird der Deutsche Schauspielerpreis in Berlin verliehen

Es könnte an den Minusgraden gelegen haben. Oder einfach daran, dass an diesem Abend weniger das glamouröse Auftreten, sondern eher das Schauspielerhandwerk im Fokus stehen sollte. Bei der Verleihung des Deutschen Schauspielerpreises im Renaissance-Theater liefen am Montag deshalb viele Gäste nicht im Kleidchen über den roten Teppich, trugen stattdessen dicke Wintermäntel.

„Es ist eine Auszeichnung von Schauspielern für Schauspieler und deshalb ein ganz besonderer Preis“, sagte Jurymitglied Oliver Wnuk vor der Verleihung. Gemeinsam mit dem sechsköpfigen Gremium unter dem Vorsitz von Schauspielerin Christiane Hecke hatte er sich insgesamt 220 Filme angeschaut, um sich eine umfassende Meinung über die Nominierten zu bilden. Denn der Anspruch ist hoch bei diesem Award, den der Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS) erst zum zweiten Mal vergibt.

Ein Grund mehr, niemand anderes als Schauspiellegende Götz George für sein Lebenswerk auszuzeichnen. Er wurde mit stehenden Ovationen bedacht. „Ich bin völlig gerührt, dass so viele Menschen für mich aufstehen. Danke an alle Menschen, die mir in meinem Leben geholfen haben. Und jetzt: Tschüss, ich habe so einen Hunger!“ Fast sprachlos zeigte sich Armin Rohde, der als „Bester Hauptdarsteller“ geehrt wurde – und dass, obwohl er vor der Veranstaltung gesagt hatte, er wäre nur in freudiger Erwartung, nicht aber aufgeregt. „Ich glaube, man kommt irgendwann an einen Punkt, da ist man nicht mehr besser als seine Kollegen, sondern einfach nur anders“, richtete er sich an August Diehl und Charly Hübner. „Es ist mit eine Ehre, mit euch nominiert gewesen zu sein.“

Ähnlich überrascht zeigte sich Maja Schöne, als „Beste Hauptdarstellerin“ ausgezeichnet. Der Nachwuchs wurde ebenfalls nicht vergessen: Bei den Damen gewann Aylin Tezel. Ob sich Jasmin Tabatabai demnächst auch wieder mit Nachwuchs beschäftigen darf? Ihr Kleid wölbte sich zumindest auffällig. Darauf angesprochen, lächelte sie: „Wir sind sehr, sehr glücklich.“