Unstimmigkeiten

Zahi Hawass wollte Nofretete nur „für drei Monate zurückholen“

Im Nachhinein, man will es kaum glauben, soll alles nur ein Missverständnis gewesen sein.

Zahi Hawass, der ehemalige Chef der ägyptischen Altertümerverwaltung, hatte es mit seiner oft und gern wiederholten Forderung, dass die Nofretete-Büste in sein Heimatland gehöre, auch hierzulande zu einiger Bekanntheit gebracht. Nun hat er mit der dpa gesprochen: „Ich wollte sie nie ganz zurückholen, sondern nur für drei Monate, um sie in Ägypten zu zeigen“, sagt er. Das ist recht überraschend; vor zwei Jahren, da war der Archäologe noch im Amt, klang das anders: „Ich bin nicht hinter jedem Artefakt her, das aus Ägypten stammt. Aber wir wollen alles, was aus Ägypten gestohlen wurde und wofür wir entsprechende Beweise haben. Dazu zählt die Büste der Nofretete“, hatte er in einem Interview gesagt. In dem aktuellen Gespräch beantwortete er leider die Frage nicht, ob er während des Diebstahls im Ägyptischen Museum in Kairo bei den Massenprotesten 2011 nicht doch ganz froh gewesen sei, dass die Nofretete sicher in Berlin residiert.

Im Juli 2011 hatten ihn die neuen Machthaber entlassen und der Korruption bezichtigt. Die Anzeigen, die gegen ihn eingereicht wurden, bezeichnet er als „Verleumdungen“ ehemaliger Kollegen, die sich nun an ihm rächen wollten: „Einer von ihnen hatte damals Fundstücke aus dem Magazin eines Grabungsteams gestohlen, der andere hatte aus Ignoranz eine archäologische Stätte beschädigt.“ Die Staatsanwaltschaft habe ihm bereits signalisiert, dass die Ermittlungen bald eingestellt würden, sagt Hawass. Er rechne damit, dass das Reiseverbot gegen ihn bald aufgehoben werde. Vielleicht kommt er ja dann auch nach Berlin