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Berliner Buchhändler empfehlen

Jörg Braunsdorf (51), Tucholsky Buchhandlung, Tucholskystr. 47, Mitte: Man braucht wohl das Hoch und Runter der Berge und Täler, um so ein Buch schreiben zu können wie den Krimi „Das Schwert des Ostens“. Wie bei allen erfrischenden österreichischen Literaten scheint auch beim Wiener Autor Manfred Rebhandl Meistersatiriker Thomas Bernhard das große Vorbild zu sein, denn Rebhandls Roman, der in Wiens Rotlichtmilieu spielt, ist politisch so unkorrekt, dass man zuweilen die Luft anhält. Als sein Kumpel Willi, Pornoschuppen-Besitzer im 16. Bezirk, zusammengeschlagen wird, wittert Privatermittler Rock Rockenschaub erst neureiche Gentrifizierer hinter der Tat. Doch Willi setzt ihn auf die Daltons an, vier türkische Brüder, die mit ihrer Klitsche „Türkporn“ und dem aufstrebenden Pornostar „Das Schwert des Ostens“ expandieren wollen. Ein schnoddrig-frecher Roman, schräg und schillernd, mit einem absolut unverschämten Schluss.

Manfred Rebhandl: Das Schwert des Ostens, Czernin Verlag, 248 Seiten, 19,80 Euro