Geldsorgen

Christoph Stölzl: Musikhochschule fehlen zwei Millionen

Der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar bangt um ihre Zukunft.

Ihr fehlen nach Angaben ihres Präsidenten Christoph Stölzl im kommenden Sommersemester zwei Millionen Euro. Der Historiker und frühere Berliner Kultursenator erklärte: „Wir verlieren unter unseren Professoren einen Weltklassemusiker nach dem anderen – und können sie nicht ersetzen.“ Sechs Lehrstühle, darunter Kammermusik und Alte Musik, könnten nicht besetzt werden – und das im Land von Johann Sebastian Bach. Die Hochschule befürchtet, ihr Angebot ausdünnen und die Studentenzahl um zehn Prozent senken zu müssen.

Laut Thüringer Kulturministerium droht kein Defizit, berichtete die Zeitung. Die Hochschule habe die höchsten Wachstumsraten. „Die Hochschule für Musik ist die Hochschule mit den größten Steigerungen.“ Stölzl betonte, die Hochschule sehe sich unter den neun Thüringer Hochschulen als Sonderfall. Sie wurde 1872 auf Anregung von Franz Liszt als erste deutsche Orchesterschule gegründet. „Wir sind eine Exzellenz-Kunsthochschule, die sich auf ein einziges Gebiet konzentriert, auf die Musik, dafür mit höchster Präzision“, sagte Stölzl. Maßstab seien die bedeutendsten Hochschulen in der Welt.