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Berliner Buchhändler empfehlen

Tatjana Mischke (51), Franz-Mehring-Buchhandlung, Frankfurter Allee 65, Friedrichshain: Bereits 1959 erschienen, war „Die sieben Briefe des Doktor Wambach“ lange vergriffen. Nun ist das Buch wieder als schöne bibliophile Leinenausgabe erhältlich. Der von Peter Härtling als „Meister No“ verehrte Klaus Nonnenmann (1922-1993) erzählt darin eine entzückende Geschichte: Nach dem Tod seiner Frau geht Doktor Wambach einsam seinen Gewohnheiten nach. Bis die kleine Luise, genannt Ise, auf dramatische Weise ihre Puppe Rapunzel verliert. Doktor Wambach überlegt, wie er das Mädchen erfreuen kann, und erfindet sieben Briefe an die kleine Puppenmutter. Er schreibt ihr, dass Rapunzel in Paris sei und was sie dort gerade erlebt. Dadurch erinnert er sich noch einmal an die Geschichte seiner eigenen Liebe. Einfach herzerfrischend, wehmütig und poetisch. Dem Verlag gebührt großer Dank für die Wiederentdeckung dieses Autors.

Klaus Nonnenmann: Die sieben Briefe des Doktor Wambach, Unionsverlag, 160 Seiten, 12,95 Euro.