Musik

Staatskapelle Dresden beruft Ersten Gastdirigenten

Die Staatskapelle Dresden hat erstmals in ihrer Geschichte einen Ersten Gastdirigenten: Myung-Whun Chung.

Bei seinem Einstand wurde der Koreaner am Sonntag in der Semperoper lautstark gefeiert. Der 59-Jährige dirigierte Olivier Messiaens „Himmelfahrt“ und die 1. Sinfonie von Gustav Mahler. Bereits zuvor hatte er seine Freude über die Ernennung ausgedrückt. „Ich verstehe diese Position als ein Zeichen für die einzigartige Freundschaft, die mich mit dem Orchester verbindet. Schon bei unserer ersten Zusammenarbeit habe ich eine Spielkultur und ein menschliches Miteinander kennengelernt, die mir vermittelt haben: Hier bin ich zu Hause.“

Die Sächsische Staatskapelle musiziert seit 2001 mit Chung. Er leitete das Orchester auch bei einer Tour 2006 in seinem Heimatland Südkorea und lud dabei das Orchester spontan zum Besuch seines Lieblingsrestaurants in Seoul ein. Chung, dessen Mutter aus Nordkorea stammt, hatte seinerzeit auch den Wunsch geäußert, eines Tages mit der Staatskapelle im kommunistischen Nordteil zu spielen. Inzwischen war der Maestro als Kulturbotschafter seines Landes dort unterwegs. 2012 hatte er ein Ensemble aus dem abgeschotteten Land in Frankreich dirigiert. Chung weist der Kultur eine Schlüsselrolle bei der Annäherung beider Staaten zu. Neben Chefdirigent Christian Thielemann und Ehrendirigent Sir Colin Davis komplettiert Chung das „Führungstrio“. „Für mich ist Myung-Whun Chung ein Musiker, der das Klangideal der Kapelle verkörpert“, erklärte Thielemann in einer Grußbotschaft.