Musik

Witz statt Weltschmerz: Mnozil Brass eröffnen das Wagner-Jahr

Die Festspielstadt Bayreuth startet ins Wagner-Jubiläumsjahr – aber ohne Pathos, schwerem Klang und Ehrfurcht.

Die Stadt hat ein Comedy-Programm in Auftrag gegeben. Uraufgeführt wird das Werk „Hojotoho“ an diesem Sonntag vom Wiener Blechbläser-Ensemble Mnozil Brass, das bekannt ist für seine unkonventionellen Auftritte. Regie führt Philippe Arlaud. Dem französischen Regisseur ist Bayreuth und Richard Wagner bestens bekannt, seine „Tannhäuser“-Inszenierung wurde von 2002 bis 2007 bei den Festspielen gezeigt. Die Musiker von „Mnozil Brass“ näherten sich dem Bayreuther Meister ohne Ehrfurcht, wie Trompeter Thomas Gansch unterstrich: „Ich habe mich nicht für Wagner interessiert. Das war mir so lang, zu schwer.“ Doch dann habe auch ihn das Fieber gepackt, er sei zum glühenden Verehrer geworden. „Es wird ja bei Wagner eher selten gelacht. Aber wir ergreifen jetzt die Chance“, betonte Gansch. Wagners Musik mische sich mit Jazz, Polka, Tango und Walzer, sagte Arlaud: „Das ist nicht nur etwas für Spezialisten.“ Auch eine eigene Choreographie hat das siebenköpfige Ensemble einstudiert. Gansch wird in dem Programm in die Rolle Wagners schlüpfen. Zudem sollen Figuren aus Wagner-Opern wie Venus, Wotan oder Siegfried auf die Bühne kommen und statt für Weltschmerz für Witz sorgen. Nach der Uraufführung gastiert die Band mit „Hojotoho“ am kommenden Donnerstag (20 Uhr) im Berliner Ensemble.