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Suhrkamp-Autoren fordern Kompromiss im Verlagsstreit

In einem Appell „Eigentum verpflichtet“ haben mehr als 160 Wissenschaftsautoren des Suhrkamp-Verlags eine gütliche Lösung im Gesellschafterstreit gefordert.

Zu den Unterzeichnern gehören so renommierte Professoren wie Jürgen Habermas, Ulrich Beck, Dieter Henrich und der kanadische Philosoph Charles Taylor, wie der Frankfurter Sozialphilosoph Axel Honneth am Freitag als Organisator mitteilte.

„Es erfüllt uns mit großer Sorge, dass die Existenz des wichtigsten Forums für kritische Geistes- und Sozialwissenschaften in Deutschland vom Ausgang eines Rechtsstreits abhängig gemacht wird, in dem zwei Parteien ihre Konflikte mit Mitteln zu lösen versuchen, die dafür ungeeignet sind“, schreiben die Unterzeichner. „Wir appellieren an beide Seiten, dieses einzigartige Gebilde nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen.“

Zwischen Suhrkamp-Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz (61 Prozent) und dem Minderheitsgesellschafter Hans Barlach (39 Prozent) tobt seit langem ein erbitterter Streit. Derzeit versuchen beide vor Gericht, sich gegenseitig als Gesellschafter auszuschließen. Im schlimmsten Fall droht die Auflösung des renommierten Verlags. Die Einschaltung des früheren Kulturstaatsminister Michael Naumann als Vermittler war kürzlich gescheitert. Barlach hatte ihn abgelehnt, weil er offen für die andere Seite Partei ergriffen habe. „Wir begrüßen die Suche nach einem Vermittler, der für beide Seiten akzeptabel ist“, schreiben die Autoren und Übersetzer jetzt in ihrem Appell.