Fernsehen

Moderator und Wetterfrosch Elmar Gunsch ist tot

Da war dieses warme Brummen im Ohr. Ein tiefer, weicher, sonorer Ton, sehr freundlich und zuvorkommend.

Immer schmeichelnd. Elmar Gunsch war „die Stimme“, vielleicht in Konkurrenz zum Märchenerzähler Hans Paetsch, ebenfalls Bass. Aber zu Gunsch gehörte doch immer ein Bild, ein freundlicher Mann mit Bart, der im Radio bekannt wurde und dann Fernsehdeutschland bezirzte. Alles, was Gunsch erzählte, klang besonders gut, sogar das schlechte Wetter.

An diesem Donnerstag ist Gunsch in seiner Geburtsstadt Frankfurt am Main gestorben. In zehn Tagen wäre er 82 Jahre alt geworden. Das österreichische Idiom klang in seiner Art zu sprechen ein kleines bisschen durch, dieses gemächliche Auf und Ab. 1957 kam er zum Radio. Später moderierte er in der ARD und ORF2. „Ich bin eine geborene Plaudertasche“, sagte er über sich. Auch die „Lustigen Musikanten“ wurden von ihm angesagt. Elmar Gunsch war stets zuvorkommend, ohne betulich zu wirken. Ein Märchenonkel der Realität. Nach dem „Heute Journal“ am Donnerstag sagte Gunsch ab 1978 das Wetter fürs Wochenende an, liebevoll, wie alle es erwarteten. Mit einer Puppe von Kermit dem Frosch in der Hand plauderte er über die Aussichten, bei dieser Stimme waren Tiefdruckgebiete okay. Ende der 80er-Jahre wechselte er zu Sat.1, bekam eine eigene Show, trat mit Harald Schmidt auf. „Ich hör’ auf, wenn’s nicht mehr geht – wenn die Zähne wackeln oder mir vorm Mikrofon das Gebiss rausfällt“, erzählte er. Jetzt ist die Stimme verstummt. Aber hörbar noch. krei