Musik

Unter Sparzwang: Philharmonie Dresden schlägt Alarm

Die traditionsreiche Dresdner Philharmonie fühlt sich in ihrer Existenz bedroht.

„Unsere Situation ist dramatisch“, sagte Chefdirigent Michael Sanderling in Dresden. Hintergrund ist die zögerliche Haltung der Stadt zum beschlossenen Umbau des Kulturpalastes in einen akustisch guten Saal für die Philharmonie. Im Sommer zog das Orchester deshalb aus dem Palast aus und tourt seither durch die eigene Stadt. Nach ursprünglichem Plan sollte die Zeit des Improvisierens bis Herbst 2015 dauern – für Sanderling schon die absolute Schmerzgrenze. Doch weil die Stadt Dresden sparen muss und deshalb noch immer über ihren Doppelhaushalt für 2013/2014 streitet, fürchten die Philharmoniker nun das Schlimmste – eine Verzögerung des Projektes oder gar dessen Aus. Solange der Doppeletat nicht vom Stadtrat bestätigt ist, liegt auch der Umbau auf Eis.

Ehrendirigent Kurt Masur (85), der eigens von Leipzig angereist war, um seinen Musikern beizustehen, sprach von einer „kleinmütigen und provinziellen Diskussion“. Die Philharmonie sei als Orchester für Dresden unerlässlich. Der 1870 gegründete Klangkörper zählt zu den deutschen Spitzenorchestern und ist regelmäßig in Musikzentren weltweit präsent.