Klassikkritik

Ein Virtuose: Alexej Gorlatch in der Philharmonie

Zu seinem Berlin-Debüt am Klavier in der Philharmonie erschien der 23-jährige Alexej Gorlatch bereits schwer beladen mit Auszeichnungen aller Art.

Blitzschnell erfuhr man, dass er sie mit vollem Recht verdient hat. Er spielte Strawinskys selten zu hörendes Konzert für Klavier und Blasinstrumente auf die schneidigste und mitreißendste Art. Ein Virtuose mit frischen, biegsamen Handgelenken. In Kiev geboren, ist Gorlatch in Deutschland aufgewachsen. Hier hat er es auch gelernt, Klavier zu spielen. Gorlatch verlor sich in keine Exzesse. Er spielte goldrichtig und fand darüber hinaus auch noch die Kraft für eine üppig dahinrasende Chopin-Zugabe. Das Publikum feierte den jungen Klavier-Helden.

Danach fiel Marek Janowski am Pult seines Rundfunk-Sinfonieorchesters eine weitere anspruchsvolle Aufgabe zu: er ließ Franz Liszts über einstündige „Faust“- Sinfonie spielen: die drei miteinander verbundenen Charakterstücke auf Faust, Gretchen und Mephistopheles. Der vom MDR-Rundfunkchor gesungene Schluss-Choral „Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis“, vom Tenor Torsten Karls überflügelt, hinterließ seinen Eindruck.