Museen

Neues Domizil: C/O Galerie Berlin zieht ins Amerikahaus

Gute Nachrichten für C/O Berlin. Die Fotogalerie, deren Mietvertrag Ende des Jahres an ihrem Standort im Postfuhramt ausläuft, bekommt im Amerikahaus am Zoo endlich ein neues Domizil. Es war knapp geworden. Das Timing passt gut: Im Amerikahaus an der Hardenbergstrasse endet zeitgleich der Mietvertrag mit dem Regionalmanagement City-West. Somit wechselt die beliebte Foto-Institution vom Bezirk Mitte nach Charlottenburg, in guter Nachbarschaft befindet sich das Museum für Fotografie mit der Helmut Newton-Stiftung.

Das denkmalgeschützte Amerikahaus, 1957 nach Plänen des Architekten Bruno Grimmek entstanden, wurde als Ort der (kulturellen) Begegnung und als Informationszentrum eingerichtet. 1966 flogen hier bei einer wilden Demo die ersten Eier. Wie es aussieht, entspricht das Haus ganz dem Anforderungsprofil von C/O: Es liegt zentral, bietet eine gute Besucheranbindung und verfügt über genügend Fläche. Verwaltung, Lager, Shop und Bildungsprogramm gehören schließlich zum laufenden Betrieb des Ausstellungshauses. Und: Das historische Gebäude ist nicht irgendein Haus, sondern ein Symbol dieser Stadt, also für viele Berlin-Besucher durchaus ein Begriff.

Erst kürzlich zerschlug sich der Umzug von C/O in die Atelierhäuser im Monbijoupark. Das war für die Betreiber von C/O eine herbe Enttäuschung. Alles hing an einer Baugenehmigung, die es nicht gab. Ignoranz oder politische Unkenntnis? So ganz war das nicht auszumachen. Als Option war auch die ehemalige Bötzowbrauerei im Gespräch. Wunschdomizil war ursprünglich die Jüdische Mädchenschule, auch diese Pläne hatten sich zerschlagen. Insgesamt 70 Orte und Gebäude hatte sich das Fototeam im Laufe der Zeit angeschaut, doch die Suche gestaltete sich schwieriger als gedacht.

Am kommenden Montag will das Team nun Rede und Antwort stehen, das Projekt Amerikahaus en detail erläutern. Aufklären über Vertragsoptionen, eventuelle Umbaumaßnahmen und dergleichen. Kulturstaatssekretär André Schmitz wird dabei sein. Mal sehen, wo die für den 19. Januar geplante Retrospektive von Christer Strömholm nun stattfinden wird. In Mitte oder Charlottenburg?

Vor allem wünscht man C/O jetzt eins, dass endlich Ruhe einkehrt und es damit Planungssicherheit gibt für die nächsten Jahre. Das Haus hat es verdient.