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Renate Georgi, Buchhandlung Kohlhaas & Company, Fasanenstr. 23, Charlottenburg: Der britische Historiker Orlando Figes ist ein exzellenter Russland-Kenner. 2007 entdeckte er im Moskauer Memorial Archiv 1500 nummerierte Briefe von Lew und Swetlana Mischtschenko. Behutsam aufbereitet und mit Informationen ergänzt, entstand daraus das bewegende Buch „Schick einen Gruß, zuweilen durch die Sterne“. Lew geriet im Zweiten Weltkrieg in deutsche Gefangenschaft. Heimgekehrt, wurde er der Spionage verdächtig und als politischer Häftling in einem der berüchtigten stalinistischen Arbeitslager bis 1954 inhaftiert. Lew und Swetlana haben die ganze Zeit miteinander korrespondiert, was nur mit Hilfe von mutigen Freunden möglich war, die Briefe geschmuggelt haben. Lews einzige Möglichkeit, am Leben teilzuhaben. Eine ungewöhnliche Korrespondenz, die durch ihre Intensität eine Liebe vermittelt, die keine großen Worte braucht.

Orlando Figes: Schick einen Gruß, zuweilen durch die Sterne, Hanser Verlag, 384 S., 24,90 Euro