Bühne

Staatsopern-Sanierung wird teurer, Eröffnung 2015 ist unsicher

Jetzt ist es amtlich, aber überraschend ist nur der Zeitpunkt der Verkündigung: Die Sanierung der Staatsoper Unter den Linden wird deutlich teurer, das wurde bislang stets dementiert.

Und der bereits zweimal verschobene Eröffnungstermin könnte erneut wackeln. Also irgendwie alles wie beim neuen Großflughafen.

Inklusive einer neuen Risikovorsorge, die alte ist schon jetzt verbraucht, sollen sich die Gesamtkosten auf 287,9 Millionen Euro belaufen, sagte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Ursprünglich waren 242 Millionen Euro geplant. Als Grund für die höheren Kosten erwähnt die Senatsbaudirektorin den problematischen Baugrund und den schlechten Zustand des Gebäudes. So hätten sich vor allem die Abdichtungen gegen Grundwasser am Altbau als enorm schwierig erwiesen. Die existierenden Betonfundamente seien in einem schlechteren Zustand als erwartet, was auch für den Bauzustand des Bühnenturms gelte.

Ursprünglich sollte das Haus am 3. Oktober 2013 wieder eröffnet werden. Zweimal wurde der Termin verschoben, was zu einer Vertragsverlängerung des Intendanten Jürgen Flimm geführt hat (schließlich soll er auch den Rückzug managen), aber auch zu viel Missstimmung bei der Staatsoper, die in ihrem Ausweichdomizil Schiller-Theater nicht wirklich glücklich ist. Möglicherweise muss sie da noch länger bleiben, denn laut Lüscher wird zwar der 3. Oktober 2015 als Tag der Wiedereröffnung angestrebt, aber „die Terminsituation ist kritisch.“

Erste Informationen über Verteuerungen hatte die Bauverwaltung demnach im Sommer vom Projektsteuerer erhalten, der später ausgetauscht wurde. Auf den höheren Kosten bleibt das Land sitzen, denn der Bund hat seinen Beitrag zur Sanierung auf 200 Mio. Euro festgesetzt. Dabei bleibt es, wie Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) gestern nochmals betonte. Sabine Bangert, die kulturpolitische Sprecherin der Grünen im Abgeordnetenhaus, kritisierte den Senat: „Das Projekt war von Anfang an nicht seriös durchgeplant.“ Es sei immer klar gewesen, dass der Baugrund schwierig sei. Doch statt die Sanierung funktional zu betreiben, müsse es in Berlin stets „schöner, größer und besser“ werden.