Personalien

Suhrkamp-Streit: Hans Barlach sieht sich als guten Chef

Medienunternehmer Hans Barlach will beim Suhrkamp Verlag an die Macht.

„Ich habe große Lust, diesen Verlag zu führen“, sagte der Minderheitsgesellschafter dem Magazin „Focus“. „Ich kann es. Jedenfalls besser als die gegenwärtige Verlagsspitze.“ Barlach, der über die Medienholding Winterthur 39 Prozent am Verlag hält, versucht derzeit vor dem Landgericht Frankfurt, die Auflösung der Gesellschaft zu erstreiten, um alle Anteile zu übernehmen. Eine Entscheidung will das Gericht am 13.Februar verkünden. Bereits heute wird eine Entscheidung des Landgerichts Berlin erwartet. Barlach wirft der Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz, der Frau des 2002 gestorbenen Firmenpatriarchen Siegfried Unseld, Missmanagement und Untreue vor. Über eine Familienstiftung hält sie 61Prozent der Verlagsanteile. Die beiden Gesellschafter verkehren seit Jahren nur noch vor Gericht miteinander. Im Kern geht es darum, dass Barlach gegen alle Widerstände Mitsprache im Verlag beansprucht – und dafür notfalls die Verlagschefin entmachten will.

Für Peter Raue, den Anwalt der Unseld-Familienstiftung, liegt das Grundproblem darin, dass der Verlag die Gewinne weitgehend in das Unternehmen reinvestieren wolle, „Herr Barlach hingegen will, dass jeder verdiente Cent auch sofort ausgeschüttet wird“. Der Berliner Morgenpost sagte Raue über die Prozessflut: „Barlach will einfach nur Wirbelwind machen. Und das hat er auf fatale Weise ja auch erreicht.“