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Mit schwarzer Titelseite – die letzte „FTD“ ist erschienen

Die „Financial Times Deutschland“ ist Geschichte.

Mit großflächig geschwärzter Titelseite erschien die Zeitung gestern zum letzten Mal. Rund 150 Mitarbeiter versammelten sich zum Abschied zu einer Kundgebung vor dem Verlagshaus Gruner + Jahr in Hamburg, um gegen den Verlust ihrer Arbeitsplätze zu demonstrieren. Das „FTD“-Aus hatte der G + J-Konzern vor zwei Wochen bekanntgegeben.

„Unabhängiger Journalismus kostet Geld. Aber wer zahlt?“ – diese Frage stellten Teilnehmer der Kundgebung auf Transparenten. Redner hoben die Leistungen der „FTD“ für den Qualitätsjournalismus hervor. Man fühle sich unwürdig behandelt. Die meisten Demonstranten trugen Solidaritätsschleifen, die lachsrot wie das „FTD“-Papier waren. Rund 300 Beschäftigte sind betroffen. „Das ist wie bei einer Oma, die seit Jahren im Sterben liegt – und dann ist der Schreck doch groß“, sagte eine Redakteurin am Rande der Versammlung. Eine Volontärin (30) musste ihre Ausbildung mittendrin abbrechen: „Ich finde für alles Worte, aber für das hier nicht.“ Unter dem verstümmelten Logo „Final Times“ standen auf der letzten Titelseite die Worte „Endlich schwarz“ zu lesen – eine Anspielung auf die schwarzen Zahlen, die die „FTD“ nie geschrieben hat. Die letzte Ausgabe war an vielen Kiosken schnell ausverkauft.