Kunst

Villa Grisebach zieht Dix‘ „Sonnenaufgang“ aus Auktion zurück

Die Villa Grisebach verzichtet auf die Versteigerung von Otto Dix’ „Sonnenaufgang“ von 1913.

Nach gemeinsamen Verhandlungen der Kulturstiftung der Länder und des heutigen Eigentümers sowie auf Bitten des Stadtmuseums Dresden geht das Gemälde an die Elbe zurück, zurück an den Platz, den der Künstler im Museum dafür vorgesehen hatte. Es trägt Stempel und Inventar-Beschriftung der Institution. Ab Januar soll es dort zu besichtigen sein. Zuletzt befand es sich in einer Privatsammlung. Vorgesehen war es für die Berliner Versteigerung „Ausgewählte Werke“ am Donnerstag, als Losnummer 7.

1920 hatte Dix das Ölgemälde, auf Pappe gemalt, dem Stadtmuseum geschenkt, 1937 wurde es von den Nazis beschlagnahmt und in der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München gezeigt. Danach wurde es im Depot des Reichspropagandaministeriums in Schloss Schönhausen eingelagert. 1943 wurde es von einem um Rettung bemühten Kunsthändler nach Güstrow gebracht. Der „Sonnenaufgang“ ist Dix‘ erstes symbolistisches Landschaftsbild, nicht Abbild der Natur, sondern Spiegel einer Seelenlandschaft. Vieles deutet in der malerischen Expression auf einen Einfluss Vincent van Goghs hin.