Musik

Cellist Jan Vogler wünscht sich Künstler ohne Kompromisse

Der Weltklassecellist Jan Vogler (48) glaubt nicht an ein Ende der klassischen Musiktradition.

„Ich halte solche Kassandrarufe für absoluten Quatsch“, sagte Vogler gegenüber dpa. „Solche Grabgesänge werden immer dann angestimmt, wenn sich etwas verändert. Fakt ist, dass es weltweit noch nie ein solch lebendiges, vielseitiges Musikleben und ein solch großes Publikum gab.“ Der in Berlin geborene Vogler gilt als einer der vielseitigsten Klassikstars der Gegenwart. Allerdings müssten Interpreten und Musikmanager viel größere Anstrengungen unternehmen, um das Publikum bei der Stange zu halten, sagte Vogler. „Die Zeiten, dass die Leute sich alles angehört haben, was man ihnen vorgesetzt hat, sind vorbei“, sagte Vogler. Es brauche nicht nur durchdachte, auf das jeweilige Publikum und den Aufführungsort zugeschnittene Programme, sondern auch eine kompromisslose Haltung der Interpreten zu ihrer Kunst. „Wir dürfen in einem Konzert durchaus mal nicht in Form sein. Aber wir dürfen uns nie zurücklehnen. Routine ist tödlich.“