Musik

Schlagersänger und Heldentenor: René Kollo wird 75

Er war der Tannhäuser, der Siegfried oder Lohengrin. Startenor René Kollo sang die schweren Heldenpartien bei Wagner, ob in New York, London, Mailand oder Bayreuth.

Aber sein Name hatte stets auch einen Glamourfaktor. Heute feiert der gebürtige Berliner, der als Ehrenmitglied nach wie vor eng mit der Deutschen Oper Berlin verbunden ist, in Familie seinen 75. Geburtstag. Der Sänger, der mit der Schlagersängerin Dorthe und danach mit der Tänzerin Béatrice Bouquet verheiratet war, hat insgesamt vier Kinder.

René Kollo selbst ist Enkel des bedeutenden Operettenkomponisten Walter Kollo („Wie einst im Mai“) und Sohn des Komponisten Willi Kollo („Lieber Leierkastenmann“). Seine Karriere begann er als Schlagersänger mit Titeln wie „Hello, Mary Lou“ oder „Am Ende wird es Liebe sein“, die er 1961 auch in dem Film „So liebt und küsst man in Tirol“ sang. Darin war er in einer kleinen Nebenrolle als Barkeeper zu sehen, ursprünglich wollte Kollo Schauspieler werden.

Als Opernsänger wird der Tenor Mitte der 60-Jahre ans Staatstheater Braunschweig engagiert, zwei Jahre später wechselt er an die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf. Danach beginnt seine große Karriere. Der Startenor veredelt Produktionen an großen Opernbühnen weltweit ebenso wie die Upperclass-Festivals in Salzburg und Bayreuth. Daneben bleibt Kollo immer der leichten Muse verbunden, 1986 nimmt ein Album mit Liedern von Udo Jürgens („Musik war meine erste Liebe“) auf und ab Ende der 70-Jahre moderiert und besingt er seine eigene ZDF-Fernsehshow „Ich lade gern mir Gäste ein“.

Als Opernregisseur versucht sich Kollo erstmals 1986 an Wagners „Parsifal“ in Darmstadt. Fast ein Jahrzehnt später übernimmt er als Intendant das Metropol-Theater in der Friedrichstraße, das zugleich in eine GmbH überführt wird und bald schon in Konkurs geht. Seither behauptete Kollo immer wieder, vom Berliner Senat bewusst in diese Situation hinein getrieben worden zu sein, um so – nach der Privatisierung des legendären Operettentheaters – das eigentlich unkündbare Ensemble loszuwerden. Die Musik lässt den in Berlin und auf Mallorca lebenden Sänger auch im Alter von 75 Jahren nicht los. Ein-, zweimal im Monat ist er singend unterwegs, am 13. Dezember etwa in Schwerin gemeinsam mit Sopranistin Eva Lind. Weitere Weihnachtskonzerte sind gerade in Planung.