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Berliner Buchhändler empfehlen

Elke Bräutigam (49), Bücherturm, Berkaer Str. 40, Schmargendorf: Kalendarisch nach Monaten unterteilt, lädt Florian Illies‘ neues Buch „1913“ zum Blättern und Stöbern ein und ist dabei so faszinierend, dass man gar nicht mehr aufhören mag. Aber es geht ja auch um ein Jahr vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, das ein ganzes Jahrhundert prägte. Das Buch strotzt nur so vor bekannten Namen, historischen Ereignissen und amüsanten Anekdoten, die Illies aus Tagebüchern und Briefen zusammengetragen und virtuos arrangiert hat. Da gehen Freud und Rilke in München einen trinken, während Klimt mit 51 Jahren noch bei seiner Mutter wohnt. Kafka leidet natürlich gewaltig unter seinem Vater. Das Buch lebt von den schillernden Persönlichkeiten aus Literatur, Kunst und Kultur. Man fragt sich, warum nicht eher jemand auf die Idee für so ein tolles, facettenreiches Sachbuch kam, das sich mit seinen romanhaften Zügen auch noch fabelhaft liest.

Florian Illies: 1913, Fischer Verlag, 320 Seiten, 19,99 Euro.