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Achim Koppitsch (54), Heiße Scheiben, Ohlauer Str. 44, Kreuzberg: Neil Young ist einer der ganz Großen seiner Zunft. Jetzt hat der kanadische Rockmusiker mit seiner Band Crazy Horse sein 35. Studioalbum rausgebracht, das zurückgeht zu seinen musikalischen Wurzeln: „Psychedelic Pill“. Mit dem typischen, alten Neil-Young-Sound, den laut krachenden Gitarren, virtuosen Soli und Feedback-Gewittern, ist es ein Werk gegen den Zeitgeist. Schon der erste Song „Driftin’ Back“ ist mit 27 Minuten geradezu episch. Youngist immer für eine Überraschung gut. In seinen Songs erzählt Young Geschichten von Ehepaaren, singt von verhassten MP3-Files und verneigt sich in „Twisted Road“ vor Bob Dylan. Dabei klingt er mitunter folkig und countrylastig, aber auch süß, zart und melancholisch. Ein facettenreiches Album, das eine Intimität vermittelt, wie man sie bislang von Young noch nicht kannte. Sicherlich sein bestes Album seit Anfang der Neunziger.

Neil Young: Psychedelic Pill, Reprise Records, 2CD ca. 17 Euro.