Ausstellung

Gera baut sich ein Dix-Museum und will es wieder loswerden

Trotz einer überregionalen Ausschreibung hat die Stadt Gera keinen privaten Betreiber für ihr geplantes Dix-Museum gefunden.

Insgesamt hätten drei Interessenten Angebote für die leerstehende Immobilie eingereicht, sagte Oberbürgermeisterin Viola Hahn. Nur eines davon bezog sich auf eine Nutzung des von David Chipperfield entworfenen Gebäudes als Kunsthaus. Vorgeschlagen wurde ein Museum als öffentlich-private Partnerschaft. Dies gebe jedoch der städtische Haushalt nicht her, erläuterte Hahn. Nachdem der Eigenanteil der Stadt für den mehr als acht Mio. Euro teuren Umbau des Gebäudes bisher nicht aufgebracht werden konnte und der ursprüngliche Eröffnungstermin voriges Jahr verstrich, hatte Hahn die Reißleine gezogen. Die Immobilie wurde ausgeschrieben, das Mindestgebot auf vier Mio. Euro festgelegt. Damit will sich die Stadt von den laufenden Kosten für die Immobilie freimachen, die mit bis zu 200000 Euro jährlich angegeben werden.

Statt als Museum soll das ehemalige Bankgebäude künftig als Rechenzentrum oder Bildungseinrichtung genutzt werden, dann aber muss ein komplett neues Museumskonzept erarbeitet werden. Um die Leihgaben der Otto-Dix-Stiftung in der Stadt zu halten, soll die Orangerie, die bisher für Sonderschauen der städtischen Kunstsammlung genutzt wird, technisch aufgerüstet werden. Das Geld aus einem Verkauf der Chipperfield-Immobilie soll nach dem Willen Hahns in die Sanierung der bestehenden Museen gesteckt werden. Die Stadt hatte das Gebäude für knapp zwei Mio. Euro erworben, allerdings wurde der Kauf zum Großteil aus Fördermitteln bestritten, die möglicherweise zurückgezahlt werden müssen.