Gedenken

Winehouse-Vater wettert gegen dänisches Theaterstück „Amy“

Kopenhagen war kein Debakel und kein Triumph – als Amy Winehouse 2007 in die kleine dänische Hauptstadt kam, zeigte sie ihr übergroßes Talent.

Doch es war gleichermaßen ein Konzert der traurigen Augenblicke, in denen der britische Soulstar sich wackelnd an der hohen Frisur festhielt, die Fingernägel säuberte und ein paar Passagen ihres größten Hits „Back To Black“ vergeigte. Als Zuschauer dachte man natürlich an die Geschichten aus den Klatschspalten. Harte Drogen. Da spielte also jemand mit dem Tod, fast wirklich und ganz in echt, taumelnd dort oben auf der Bühne.

Es sind dies die leiseren Szenen aus dem eskapistischen Unterhaltungstableau, das Amy Winehouse’ Vater Mitch, ein Jahr nach dem Tod seiner Tochter, am liebsten vergessen machen möchte. An jenem dänischen Abend vor fünf Jahren hatte die Winehouse ihre besten Songs bereits geschrieben. Danach kam nicht mehr viel. Aber nun kommt etwas. Das Königliche Theater in Kopenhagen zeigt am 30. Januar die Premiere des biografischen Stücks „Amy“. Es wird von zwei Schauspielern und einem Musiker gespielt, die mit Videos, Live-Musik und Presseartikeln zum Kunstfiguren-Kern der Winehouse vordringen wollen.

„Wir haben Zugang zu ihren Notizen und zu unveröffentlichtem Material“, erzählt die Darstellerin Johanne Louise Schmidt. „Wir lassen Amy so noch einmal ganz neu aufleuchten“. Mitch Winehouse tobt: „Ich kann nichts dagegen tun. Aber ich bin sicher, das Stück wird der letzte Dreck. Alle wollen Geld mit meiner Tochter verdienen. Es interessiert sie nicht, dass alles so nah dran ist an Amys Tod.“ Dass Mitch Winehouse bereits im Juli sein Buch „Meine Tochter Amy“ veröffentlicht hat, was sich logischerweise ganz ordentlich verkaufte, spielt für ihn keine Rolle. „Es ist meine Tochter“, sagt er.

„Blödsinn“, sagt Emmet Feigenberg, Schauspielchef am Königlichen Theater. „Amy Winehouse ist ein Popstar der Nullerjahre. Und wir wollen das Stück an 13 Abenden auf unserer kleinsten Bühne spielen. Die Ticketpreise für ‚Amy‘ werden sehr niedrig sein.“ Feigenberg beschreibt die Inszenierung als „klein und intim“ und sagt über den Vorwurf von Mitch Winehouse: „Man kann mit Sicherheit sagen, dass dieses Stück keine Geldmaschine wird.“