Musik

„Ring“-Regie: Streit mit Katharina Wagner eskaliert

Das Teatro Colón in Buenos Aires hat eine lange Wagner-Tradition, die vor dem 200. Jubiläum des Musikers mit einer Inszenierung der Urenkelin einen neuen Höhepunkt finden sollte.

Eine Kompakt-Version des „Ring des Nibelungen“, von Cord Garben auf sieben Sunden an einem einzigen Abend zusammengefasst, steht unter Regie von Katharina Wagner auf dem Programm. Ein Monat vor der Weltpremiere ist jedoch die Mitwirkung der Leiterin der Bayreuther Festspiele ungewiss. Vor über einem Jahr noch zeigte sich die Regisseurin vom Vorhaben „absolut überzeugt“. Das Teatro Colón zeichne sich wegen seiner technischen Qualität aus. Heute scheint sie enttäuscht. „Wir haben leider Bedingungen vorgefunden, unter denen man nicht arbeiten konnte – also überhaupt nicht“, sagte sie nun. Das Theater weist ihre Kritik zurück. Die Vorbereitungen liefen nach Plan, trotz Schwierigkeiten beim Import von Bühnenbild- und Kostüm-Materialien, die auf dem lokalen Markt eingekauft werden mussten. Die Premiere finde nach wie vor am 27. November statt, wird betont. Katharina Wagner sei aber am vergangenen Dienstag mit einem Rückflug-Ticket für den Ankunftstag angekommen. Dies beweise, dass sie keinen Willen gehabt habe, die Arbeit aufzunehmen, hieß es in Produktionskreisen. „Ich erwarte Katharina Wagner an diesem Dienstag zum Beginn der Proben mit einer Tasse Kaffee, den sie ja so gerne trinkt“, sagte Intendant García Caffi.