Ausstellung

Architekt schlägt Erweiterungsbau der Nationalgalerie vor

Im Streit um den Auszug oder Verbleib der Alten Meister in der Berliner Gemäldegalerie schlägt der Erbauer des Ausstellungsortes, der Architekt Christoph Sattler, vor, die Nationalgalerie auf dem Kulturforum auszubauen.

„Wäre es nicht naheliegender, die Neue Nationalgalerie auf dem Grundstück daneben zu erweitern, das der Stiftung schon gehört?“, fragt Sattler in einem Gespräch mit der Berliner Morgenpost.

Sollten die Alten Meisten, wie geplant, aus der Gemäldegalerie ausziehen und den Künstlern der Moderne weichen müssen, stellt Sattler zwei Bedingungen: die bisherige Lichtführung und die Sockel müssten erhalten bleiben. Die besondere Qualität der Gemäldegalerie „liegt in der Optimierung des Tageslicht, bei Alten Meistern ein entscheidender Punkt“, sagt Sattler. „Und die Sockelleisten müssten bleiben, weil dort die ganze Klimatechnik integriert ist. Das zu ändern, wäre ein riesiger Aufwand“, stellt Sattler fest. Sein Büro baute den Martin-Gropius-Bau und die Sammlung Berggruen um und wird auch das Alte Museum neu gestalten.

Im Streit um die Umzugspläne für die Gemäldegalerie soll jetzt erst eine Machbarkeitsstudie erstellt werden. Darauf haben sich die 15 Museumsdirektoren der Staatlichen Museen verständigt, im Frühjahr soll das Papier vorliegen. Die Ergebnisse der Studie sollen als Grundlage weiterer Entscheidungen dienen. Welche Veränderungen in der Gemäldegalerie könnte Sattler mittragen? „Wände lassen sich nicht versetzen. Man müsste die bestehende Abfolge von großen Räumen und kleinen Kabinetten um die zentrale Halle herum übernehmen. Wenn ich über die Zukunft der Gemäldegalerie nach denke, dann stört mich am meisten der missglückte Kontext. Diese schräge „Piazzetta“, die man überqueren muss, und die Eingangshalle – das muss man alles abreißen und neu gestalten. Selbst wenn die Moderne in die Gemäldegalerie einzöge: Diese schwierige Annäherung an das Gebäude würde dadurch nicht gewinnen.“

Wäre es nicht sinnfällig, das Kulturforum ganz der Kunst der Moderne zu widmen – als Pendant quasi zum Schwergewicht Museumsinsel? Christoph Sattler in der Berliner Morgenpost: „So klar wird das gar nicht gelingen, denn am Kulturforum verbleiben ja das Kunstgewerbemuseum, dazu das Kupferstichkabinett und die Kunstbibliothek – alles mehrheitlich alte Kunst.“