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Die Dichterin aus Wilmersdorf

Ursula Krechel Die Schriftstellerin, die in Wilmersdorf lebt, hat sich vor allem mit Gedichten einen Namen gemacht – 13 Lyrikbände sind bisher von ihr erschienen. Erst mit 60 schrieb sie ihren ersten Roman „Shanghai fern von wo“, der gleich mehrere Preise erhielt. Für ihr zweites großes Prosawerk „Landgericht“ wurde die 64-jährige Berliner Autorin am Montag in Frankfurt mit dem Deutschen Buchpreis geehrt. Sie ist mit dem ehemaligen Literaturhauschef Herbert Wiesner verheiratet. Klaus Wowereit, Berlins Regierender, gratulierte ihr gestern im Namen aller Berliner zum Buchpreis. Krechel studierte Germanistik an der Universität Köln. Bereits während ihres Studiums, das sie 1972 mit der Promotion abschloss, verfasste sie Beiträge. 1980 erhielt sie ein Stipendium für Berliner Künstler. Später arbeitete sie als Dramaturgin in Dortmund, bevor sie ganz zur Schriftstellerei überging. Seit ihrem Debüt im Jahr 1974 mit dem Theaterstück „Erika“ veröffentlichte sie neben Gedichtbänden, auch Prosa, Hörspiele und Essays. Ihr Roman „Shanghai fern von wo“ (2009) wurde mehrfach ausgezeichnet. 2009 erhielt sie den „Joseph-Breitbach-Preis“.

Der Roman „Landgericht“, erschienen bei Jung und Jung, hebt die verlorenen Erinnerungen der Bundesrepublik der Nachkriegszeit hervor. Der jüdische Richter Kornitzer, der nach seiner Flucht aus Nazi-Deutschland in seine Heimat zurückkehrt, muss erkennen, dass er unerwünscht ist.