Medien

„Wir wollen beweisen, Print ist nicht tot"

Onlineforum „The European“ wird als Magazin gedruckt

Huch, ein neues, selbstbewusstes Printprodukt. Drei Jahre nach dem Online-Start von „The European“ wird fortan quartalsweise ein Magazin aus den Debattenbeiträgen des Politikforums erscheinen. Die erste Ausgabe wurde gestern im Hotel du Rome vorgestellt.

„Uns ist nicht entgangen, dass es unseren Lesern schwer fällt, dem Umfangreichen Online-Angebot, den vielen Diskussionen, an einem regulären Arbeitstag zu folgen“, sagte Herausgeber und Chefredakteur Alexander Görlach. „Wir haben uns deshalb für eine finitere Darreichungsform entschieden, die es schafft, die wichtigsten Debatten nachhaltig zu konservieren.“ Die Längerfrische sozusagen. Und das Ganze mit einer speziellen Melodie, wie Görlachs Stellvertreter Florian Guckelsberger sagt.

„The European“ wird 8 Euro kosten, bei einer Erstauflage von 50.000 Stück. Der Layout-Minimalismus erinnert an „brand eins“, die Aufstellung mitunter an den „Cicero“. In dieser „Printfamilie“ sieht Görlach sein Produkt. Für „The European“ schreiben diverse etablierte Autoren und Journalisten. Der Titel des ersten Hefts – „Utopia. Unsere Welt in 100 Jahren“ – erklärt die Ausrichtung, ferne Fragen heranzuholen: „CDU und Piraten. Die Halloween-Koaltion kommt.“ oder „Amerika 2016. Die USA wählen ihre Zukunft.“ Zu jedem Debattenbeitrag gibt es ein Interview. In der ersten Ausgabe unter anderen SPD-Politiker Frank-Walter Steinmeier (über die Zukunft der EU) und Fußballer Sebastian Kehl (über Lebensplanung für die Zeit nach der Sportkarriere).

Alexander Görlach nennt das Magazin durch Werbeeinnahmen bereits vor Verkaufsstart profitabel. Erste Abonnements und Werbeflächen für das zweite Heft seien bereits verkauft. „The European“ ist bemüht, sich hineinzuschreiben in die politischen Zentralstellen der Berliner Republik. Es liegen Leseexemplare aus im Restaurant Borchardt und im Café Einstein; Medienpartner sind neben dem Hotel du Rome auch Google und die Herrhausen Gesellschaft. „Wir wissen, dass wir ein Nischenprodukt sind“, sagt Görlach. „Aber wir wollen uns vorschieben mit Glaubwürdigkeit und Konstanz. Wir wollen beweisen, Print per se ist nicht tot.“