Kulturfestival

Der Wedding, wie er hüpft und lacht

Ein Kiez-Wochenende mit Ausstellungen und Shows

Orientalische Klänge klingen durch die Boxen am hinteren Leopoldplatz in Wedding. Es ist kühl und windig. Auf der Bühne bewegen sich sieben Frauen, die Haare mit einer Blume verziert. Zu der Musik lassen „Messana“ die Hände über ihre Köpfe kreisen und die Hüften zum Takt schwingen. Ihre Tanzrichtung nennt sich „Tribal Bellydance“ und bedeutet orientalischer Gruppenimprovisationstanz. Eine Choreographie gebe es nicht, sagt Helga Kemal, die Leiterin der Gruppe. Viele Kinder hüpfen mit. Wir befinden uns auf dem zweiten Weddinger Kulturfestival - 130 Veranstaltungen an über 50 Orten rund um den Leopoldplatz. Zwar sei alles in Fußnähe zu erreichen, jedoch lohne es sich eine Fahrradtour mitzumachen, sagt Susanne Birg, die Festivalleiterin. Durch die „Kultour“ könne man Wedding in seiner Historie anders wahrnehmen.

Die Sonderausstellung „Wedding - Kunst Pur!“ eröffnet nachmittags in der Galerie Wedding. Die Kuratorin Dr. Katia David stellt von 50 Einsendungen 16 Weddinger Künstler und ihre Arbeiten vor. Wedding habe ein unglaubliches Potenzial an Kreativ- und Kulturschaffenden, sagt sie. Das Leben hier im Bezirk werde zunehmend bunter und vielfältiger. Mischtechnik auf Papier bis zu digitaler Fotografie: Im hinteren Raum steht ein großer Flachbildschirm, darauf eine kleine Kamera. Beim Vorbeigehen erstrahlt man in hellen Farben, die sich abwechseln. Eine Frau bewegt ihre Arme und freut sich daran, dass ihr Spiegelbild sich verändert. Der Videokünstler, Mahir Duman, erfreut die Besucher mit seiner Arbeit.

Zurück zur Hauptbühne. Die Kinder vom „kulturellen Bildungsverbund Pankstraße“ sind an der Reihe. Sie beginnen wild durcheinander zu hüpfen, in ihren Händen halten sie bunte Tücher oder Stäbe, die sie im Takt durch die Luft schwingen. Die Kinder freuen sich Teil des Festivals zu sein. In der Gerichtstraße lässt sich das „Stattbad Wedding“ vorfinden. Dort kann man die Ausstellung „Echoes of Voices in the High Towers“, vom britischen Künstler Robert Montgomery, entdecken. In der gleichen Straße, ein paar Schritte weiter, befinden sich die Gerichtshöfe, wo rund 60-70 Künstler ihre Ateliers betreiben. 13 machen im Rahmen des Festivals ihre Türen auf.