Tradition

Der Maler Gerhard Richter gestaltet „Die Welt“

Im dritten Jahr kann man von einer Tradition sprechen: Nach Georg Baselitz und Ellsworth Kelly wird mit Gerhard Richter erneut einer der bedeutendsten Gegenwartskünstler eine komplette Ausgabe der „Welt“ gestalten.

Richter, der im Februar seinen 80. Geburtstag feierte, und zuletzt mit großen Retrospektiven in der Berliner Neuen Nationalgalerie Berlin und der Tate Modern in London geehrt wurde, wird am Produktionstag Seite an Seite mit der Redaktion im Berliner Newsroom seine Ausgabe fertigstellen. Nur eines wird er nicht, vorab verraten, was den Leser am 5. Oktober erwartet.

Richters Werk umfasst inzwischen mehr als fünf Jahrzehnte und lässt sich stilistisch nicht festlegen. Von abstrakten und figurativen Ölgemälden über minimalistische Glas-Skulpturen bis zu Fotografien hat Richter seit den 60er-Jahren in verschiedensten Genres gearbeitet. Allein eine Zeitung war bislang nicht dabei. Und so steht zwei Wochen vor Erscheinen nur eines fest: „Die Welt des Gerhard Richter“ wird ein Sammlerstück, eine Tageszeitung als Kunstwerk, das wie die Künstler-Ausgaben zuvor seinen Eingang in weltberühmte Sammlungen wie die des Museum of Modern Art (MoMA) in New York finden wird. „Das Ganze kann auch fürchterlich daneben gehen“, ist alles, was Gerhard Richter dazu sagt. „Aber ein Versuch ist es Wert.“