Auszeichnung

Mäzenaten-Preis an Carmen und Reinhold Würth

Ehepaar für kulturelles Engagement ausgezeichnet

Unsere „First Lady“ der Museen, die Königin Nofretete, verdanken wir einem Mann: James Simon. Simon (1851-1832) war zu seiner Zeit einer der reichsten Textilgroßhändler und Mäzene der Berlins, ja Deutschlands. Er war es, der die teure Grabung im ägyptischen Amarna finanzierte, durch die die Büste erst entdeckt wurde. Auch das Ischtar-Tor gäbe es ohne ihn nicht. Das Bode-Museum wurde durch seine großzügigen Schenkungen international konkurrenzfähig und zu dem, was es heute ist. Simon baute sich seit den 1890 Jahren eine eigene Kunstsammlung auf, sein Faible waren Bilder der Renaissance. Der Direktor der Berliner Gemäldegalerie, Wilhelm von Bode, unterstützte in dabei fachkundig. Kaum zu verstehen, dass heute relativ wenig an den gebildeten, jüdischen Spender erinnert. Eine James Simon-Galerie soll 2013 die Häuser der Museumsinsel miteinander verbinden. Einen kleinen Park gibt es, aber noch keine Straße. Die private James Simon Stiftung hat es sich folglich zum Ziel gesetzt, den Namen des Vergessenen in die Gegenwart zurückzurufen. „Eine exotische Pflanze ist die Stiftung“, findet Peter Raue, Vorsitzender des Unternehmens. So wurde gestern der gleichnamige Preis im Gobelin-Saal des Bode-Museums an das Ehepaar Carmen und Reinhold Würth verliehen - für ihr ebenso „soziales und kulturelles Engagement in Deutschland“ Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert, wird alle zwei Jahre verliehen. Die finanziellen Zuwendungen des Ehepaares sind ähnlich gesellschaftlich breit aufgefächert wie die James Simons. Bereits 1987 wurde die Stiftung Würth gegründet, deren Zweck es ist, „Wissenschaft und Forschung, Kunst, Kultur sowie Bildung und Erziehung“ zu fördern. Der passionierte Sammler hat die Sammlung Würth über die Jahre hinaufgestockt, eine Kollektion zeitgenössischer Kunst, zu der 15.000 Exponate gehören .

Auf ganz andere Weise erinnerte man sich gestern in Mitte an Simon. Das Stadtbad des Bezirks wurde umgetauft auf seinen Namen. Die wenigsten wissen, dass er damals den Verein für Volksbäder unterstützte, und dort, wo heute das Gebäude steht, ein Brausebad spendierte.