Debatte

Machbarkeitsstudie soll die Gemüter beruhigen

Gemäldegalerie: Auch André Schmitz plädiert für Neubau

Der Vorschlag könnte Ruhe in die lebhafte Debatte um die Neuordnung der Berliner Museumslandschaft bringen: Monika Grütters (CDU), Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien, hatte in einem Interview mit der Berliner Morgenpost dafür plädiert, dass die Stiftung Preußischer Kulturbesitz den Galerieneubau gegenüber dem Bodemuseum als künftiges Domizil der Alten Meister möglichst schnell realisiert. Als „folgerichtig und konsequent“ hat Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz (SPD) den Grütters-Vorschlag begrüßt. Er werde sich im Stiftungsrat dafür einsetzen. Das Kulturforum am Potsdamer Platz solle sich mit neu bestückter Gemäldegalerie und Neuer Nationalgalerie der Moderne widmen, also der Kunst des 20. Jahrhunderts einschließlich der Sammlung Pietzsch. Für Berlin hätte ein Neubau der Gemäldegalerie, gewissermaßen die Erweiterung der Museumsinsel, keine finanziellen Folgen, denn seit einigen Jahren kommt der Bund komplett für den Bauetat der Stiftung auf. Der müsste auf dem bisherigen Niveau bleiben, also nicht wie geplant abgesenkt werden, was zusätzliche Mittel des Bundes erfordern würde.

Darauf weist auch Priska Hinz hin. Die haushaltspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag sieht den Vorschlag kritisch: „Ein vorgezogener Neubau, auch mit Verzögerung anderer Projekte, würde langfristig trotzdem zu größeren Ausgaben führen. Nach wie vor ist jetzt die Preußenstiftung mit der Bundesregierung am Zuge, ein schlüssiges Gesamtkonzept vorzulegen.“

Die Grundlage dafür bildet eine Machbarkeitsstudie, die das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung bis zum Frühjahr 2013 vorliegen soll, wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) gestern mitteilte. Ansonsten hält man sich dort diplomatisch zurück, will auch andere Varianten prüfen lassen, um die Debatte zu beruhigen. Eine Linie, die auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) verfolgt. Er konnte den Haushaltsausschuss davon überzeugen, im Rahmen eines Nachtragshaushaltes zehn Millionen Euro für den Umbau der Gemäldegalerie zu bewilligen und wurde dafür heftig kritisiert. Seither hält er sich zurück. Neumann erklärte zum Grütters-Vorschlag: „Diese Idee ist fester Bestandteil der Planungsüberlegungen der SPK. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wird die SPK die Realisierbarkeit dieser Idee sowie weiterer Alternativen prüfen lassen.“