Elke Silvia Krystufek

Drei Jahre Arbeit für nichts: Eine Ausstellung im Haus am Waldsee

Es war ein Spektakel der besonderen Art am Donnerstagabend im Haus am Waldsee.

Statt der angekündigten Ausstellung „Harmonie 20“ der Wiener Malerin Elke Silvia Krystufek bekamen die Gäste außer Sekt und Häppchen vor allem...nichts. Statt Kunst zum Anschauen standen sie vor leeren Wänden und durften sich eine eineinhalb Seiten langen Erklärung des Hauses anhören. Denn die Werke der Malerin Elke Silvia Krystufek fehlten ebenso wie die 42-Jährige selbst.

Katja Blomberg, Leiterin des Hauses am Waldsee, nannte die „Absage ohne ,Bekennerschreiben' singulär im zeitgenössischen Kunstbetrieb.“ In ihrer Eröffnungsansprache zur Nicht-Ausstellung beschrieb Blomberg die in Wien geborene Krystufek als „extreme Künstlerin und Provokateurin“, die bekannter sei als Thomas Bernhard. Das muss man nicht alles glauben, jedenfalls erklärte Katja Blomberg den rund 50 Gästen dann noch die Bedeutung der „Abwesenheit als Kunst“. Krystufeks „extreme Geste der Verweigerung“ komme einer Selbstverletzung gleich, deren Folgen für ihr Werk noch nicht absehbar seien.

Drei Jahre habe man auf die Ausstellung hingearbeitet, so Blomberg. Sie verteidigte die Österreicherin gegen den Vorwurf einer „Porno-Pop-Ikone“. Während sie sprach, verlor sie vor dem betretenen Publikum, gesetzten Persönlichkeiten aus Berlins bürgerlichen Stadtteilen, keinen Moment ihr Lächeln und bekannte, seit Juni habe es keinen Kontakt mehr mit Krystufek gegeben. Das „sich Entziehen“ passe jedoch in ihr Werk: „Sie hat sich getraut, nicht auszustellen“, so Blomberg. Die spätere Nachfrage, ob sie denn mit dieser Künstlerin noch einmal eine Ausstellung planen würde, bejahte Blomberg. „Schön, dass wir es gemeinsam ausgehalten haben“, sagte Blomberg.

So viel Großmut wollte Jost Arnsperger nicht zeigen, der erst auf dem Wege nach Zehlendorf von der Absage erfahren hatte. Er würde Frau Krystufek „eher nicht“ mehr einladen, sagte der Fördervereinsvorsitzende. Er äußerte „tiefes Bedauern für diejenigen, die hierherkamen.“ Er habe „sehr viel erwartet, aber das nicht - eine historische Situation“, sagte er. Die Nicht-Ausstellung mit Text schließt am kommenden Montag.