Fernsehen

Reingeschaut: Prechts neues Philosophie-Format im ZDF

"Und bei Illner hing selbst Annette Schavan an seinen Lippen", sagt Peter Arens, Leiter der ZDF-Hauptstadtredaktion für Kultur und Wissenschaft.

Er meint Precht, Richard David, 47, den Philosophen und Publizisten, der neben ihm sitzt, dessen neue Sendung hier in einer Pressekonferenz vorgestellt wird.

Die Sendung wird "Precht" heißen und einen Gast und einen Gastgeber weniger haben als "Das Philosophische Quartett", dessen Absetzung, wie Peter Arens noch einmal sagt, "nach zehn Jahren einfach an der Zeit" gewesen sei. Er, Precht, und ein Gast also. Ausnahmsweise auch mal zwei Gäste, heißt es. In der ersten Episode, von dem die Pressevertreter einen achtminütigen Ausschnitt sehen dürfen, spricht Precht mit dem Neurobiologen und Bildungskritiker Gerald Hüther. Titel: "Skandal Schule - macht Lernen dumm?"

Die Aufnahmen schauen gut aus, wie eine verkleinerte Ausgabe der Talksendung "Roche & Böhmermann" (ZDF Kultur) vielleicht. Regisseur Gero von Boehm, der sonst "Aspekte" dreht, sagt, das könne so bleiben. Precht und Hüther sitzen an einem kleinen Tisch und sind auch inhaltlich dicht beieinander. Precht spricht viel. Schön ist das Ende, der Gastgeber erzählt eine längere Schopenhauer-Anekdote im Stil "erstens, zweitens, drittens...", dann: danke, Herr Hüther, und Schluss.

"Wir wollen um Erkenntnis ringen, ohne Blendwerk und Angeberei", sagt Peter Arens, ohne klarzustellen, weshalb er denkt, irgendwer im Raum könne auf die Idee kommen, eine ZDF-Sendung stünde unter akutem Verdacht der Angeberei. Precht versteht in der anschließenden Diskussion nicht, dass es den Zuschauer stört, wenn der Text der Sendung zu sichtbar vorformuliert wurde. Das höchste Gut im Fernsehen ist die spontane Schlagfertigkeit, der Sinn für das Überraschende.

In Sendung zwei wird Mathias Döpfner zu Gast sein. "Precht wird sich eingrooven", sagt Arens. Hauptsache verjüngt, sagt das ZDF.

Precht Am 2. September um 23.30 Uhr im ZDF