Young euro classics

Junge Musiker aus dem Ural setzen auf Unterhaltung

Donnerwetter - selbst Iván Fischers Festival-Hymne, dem phänomenalen "young euro classic"-Festival als Pflichtstück im Konzerthaus vorangestellt, entwickelte urplötzlich neue Überredungskraft.

Das Sinfonische Ural-Jugendorchester führte sie aufs Überzeugendste und Schwungvollste als Orchesterstück auf und hieß es sicherheitshalber seinen Chefdirigenten dirigieren. Seinen durch und durch mongolischen Namen wird man sich, wenn man kann, merken müssen. Er lautet Enkhabaatar Baatarjav.

Enkhe (wie man seinen Künstlernamen wohltuend verkürzt hat) leitet im russischen Yekaterinburg seit über zwanzig Jahren bereits das Ural Symphonie Orchester und dazu auch noch seinen jugendfrischen Ableger. Er spielt glänzend, tatkräftig, geradezu auf Teufel-komm-raus. Nur muss natürlich auch wirklich ein Teufel in den Kompositionen stecken. Oder zumindest ein Engel. Der ließ sich in der Uraufführung des Abends, dem musikphilosophischen Gebet "Lux Aeterna" von Olga Victorova, eine Viertelstunde lang eindringlich hören. Allerdings wurde der erste Teil des Programms sonst eher unterhaltsam zukartätscht. Die beiden Capriccios zu Beginn, das italienische von Tschaikowsky und das spanische von Rimski-Korsakow, als Hauptwerk Schostakowitschs Erste Sinfonie, die nur noch selten gespielt wird. Dabei ist vergnüglich, aus diesem Frühwerk schon Spuren des künftigen Schostakowitsch herauszuhören. Das gelang eindringlich.