La Bohème

Anna Netrebko kurbelt den Festspielrummel in Salzburg an

Puccinis Oper "La Bohème" mit keiner geringeren als Anna Netrebko in der Rolle der armen, todkranken Mimi.

Die Erstaufführung bei den Salzburger Festspielen wurde bejubelt. Wenn der Name der russischen Diva auf dem Spielplan erscheint, steht die Festspielstadt gewöhnlich Kopf. Auch diesmal brach vor dem Festspielhaus fristgerecht der Verkehr zusammen, Hunderte von Schaulustigen und Fotografen versuchten, einen Blick auf die Prominenz und die opulenten Roben zu erhaschen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die nach ihrem obligatorischen Bayreuth-Auftritt gerne auch bei den Festspielen vorbeischaut, wurde bislang nicht gesichtet. Dafür zeigten sich Fernseh-Gesichter wie Dieter Moor oder Hera Lind. Auch Stardirigent Mariss Jansons bahnte sich zusammen mit seiner Frau einen Weg durch die aufgeregte Menge.

Alle Aufführungen sind seit Monaten ausverkauft. Trotzdem versuchten etliche Netrebko-Fans, noch ein Last-Minute-Ticket zu erhaschen. Fantasiepreise von mehreren Tausend Euro für einen Platz, wie bei ihrer legendären "La Traviata"-Premiere 2005, wurden diesmal offenbar nicht verlangt. Kleine Dosen Gesellschaftskritik gab es auf der Bühne: Für die Inszenierung hat der neue Intendant Alexander Pereira den jungen Venezianer Damiano Michieletto engagiert, der die Ende des 19. Jahrhunderts angesiedelte Handlung in ein recht unwirtliches, winterliches Paris der Gegenwart versetzte.