Erzählung

Ein Inselbuch mit lauter schönen Eselohren

Das etwas hilflos dreinguckende griechische Eselchen mit dem albernen Hut auf dem Buchcover führt in die Irre.

Der blitzgescheite, für seine feine Komik gefeierte englische Schriftsteller Michael Frayn denkt nämlich gar nicht daran, mit solch platter Symbolik die vermeintliche Sturheit, Faulheit oder gar Dummheit "der Griechen" - um im Jargon einiger wohlfeiler politischer Kommentatoren zu bleiben - auf die Schippe zu nehmen. Das Land, eine fiktive Insel, dient ihm vielmehr als Kulisse, um seinen Spaß mit der Ignoranz und Verlogenheit der ganzen Welt zu treiben. Das Buch ist eine sommerfrische Eselei, eine Farce, purer Slapstick.

Aber fahren wir doch mal dahin, Willkommen in Skios: "Die Fischerhütten am Strand und die Fischerboote, die im blendenden Meer ankerten und auf den Wellen schaukelten, waren so strahlend weiß und himmelblau wie die griechische Flagge, die lethargisch am Fahnenmast hing." Der Sturm der Ereignisse lässt indes nicht lange auf sich warten. Denn dort warten bereits russische Oligarchen, Universitätsbonzen aus den Staaten, ja auch der schmierige, griechische Geldwäscher Mr. Papadopolou im pompösen Anwesen der Fred-Toppler-Stiftung auf den Vortrag des geschätzten Gastes Dr. Norman Wilfred. Doch eine Reihe von Missverständnissen führt dazu, dass der Hugh-Grant-hafte Playboy Oliver Fox in die Rolle des Seidenunterwäsche bevorzugenden Doktors schlüpft. Oliver ist ein Improvisationsfuchs, auf den nicht nur Frauenherzen hereinfallen.

Aber glauben wir nicht immer, was wir glauben wollen? Bei solch durchgeknalltem englischen Humor können Esel nur entgeistert gucken.

Michael Frayn: Willkommen auf Skios, Hanser, 17,90 Euro