Nibelungen-Festspiele

Festspiele: Dieter Wedel thematisiert Eurokrise

Die Euro-Schuldenkrise birgt nach Ansicht des Regisseurs Dieter Wedel gefährliche Sprengkraft für die Demokratie in Deutschland.

"Wenn die Altersversorgung der Menschen plötzlich gefährdet ist und ihnen klar wird, dass die Politik die Krise nicht mehr beherrschen kann und wir womöglich auf eine Währungsreform zusteuern, dann ist das System in Gefahr", sagte Wedel. Die derzeitige Situation zeige deutliche Parallelen zu den 1930er Jahren, als erst die Banken und dann das politische System zusammengebrochen seien.

Auf die Parallelen wolle er mit dem Stück "Das Vermögen des Herrn Süß" hinweisen, das kommenden Freitag (3. August) bei den Nibelungen-Festspielen in Worms Premiere hat. "Wir wollen vermitteln, dass Unsicherheit und Unverständnis dessen, was die Politik und die Oberen tun, zu einer Irritation der Bevölkerung führt, die äußerst gefährlich ist." Denn dann könne ein Schuldiger gesucht werden, um ihn an den Pranger zu stellen.

Wedel präsentiert eine Neufassung der Lebensgeschichte des Joseph Süß Oppenheimer, eines zunächst erfolgreichen jüdischen Politikberaters aus dem 18. Jahrhundert, der später als Justizopfer am Galgen endet. Süß sei als Schuldiger für eine Krise ausgesucht worden, sagte Wedel. In den 1930er Jahren seien es dann die Juden generell gewesen.