Autobiographie

Der große Illustrator erzählt erstmals aus seinem Leben

Am 17. August wird Sempé, der Minimalist, Karikaturist, Zeichner des "Kleinen Nick", der Porträtist (und die Sphinx) von Paris, achtzig Jahre alt. Zeit also für eine Autobiografie, die sich hier gesprächsweise ergibt. Marc Lecarpentier jedenfalls gibt sich große Mühe, Sempé zu erwischen: Kindheit? "Nicht übertrieben heiter". Schule? "Bloß so durchgewurstelt." Die Kunst? "Ich finde, das ist eine schlechte Zeichnung." Kurzum: Sempé ist flüchtig wie sein Strich - und ebenso elegant: Entscheidend sind die Winzigkeiten, die er auf übergroße Bögen malt. Man weiß also nicht recht, wofür man mehr Zeit aufwenden soll - für die langen Fluchten des Gesprächs oder die am Kragen gepackten Szenen der Bilder. "Ich gebe mir Mühe", so Sempé, "weniger traumtänzerisch zu sein." Alors, die Bilder sagen das Gegenteil.

Sempé: Kindheiten. A. d. Franz. v. Patrick Süskind. Diogenes, Zürich. 272 S., 39,90 Euro