Wien

Österreichischer Künstler Franz West gestorben

Der österreichische Maler und Bildhauer Franz West ist tot.

Er starb im Alter von 65 Jahren in einem Wiener Krankenhaus. Er galt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Österreichs. Seine Arbeiten im Spannungsfeld zwischen Kunst, Möbel und Skulptur gehören zu den teuersten, mit denen österreichische Künstler auf dem internationalen Kunstmarkt vertreten sind. West lotete mit oftmals großformatigen Skulpturen das Spannungsfeld zwischen Prothese, Möbelstück und Kunstgegenstand aus. Seine Stühle und Liegen, die aus Eisen und Industrieschrott zusammengeschweißt sind, laden an ausgewählten Orten zur Benützung ein, auch der Hamburger Bahnhof hat eine Vielzahl von West-Werken. West wird von der Stadt Wien mit einem Ehrengrab am Zentralfriedhof gewürdigt.

Wichtige Ausstellungen hatte West im New Yorker Museum of Modern Art (1997), in den Hamburger Deichtorhallen (2002) oder im Wiener Museum für angewandte Kunst (MAK) im Jahr 2008. Im Vorjahr wurde er bei der Biennale Venedig mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Das Wiener Museum Mumok plant derzeit eine Retrospektive unter dem Titel "Franz West" ab dem 22. Februar 2013.

Franz Wests Weg zu seinem heutigen Ruhm war lang. Nachdem er überhaupt erst mit 23 Jahren begonnen hat, künstlerisch zu arbeiten, wurde sein Schaffen die ersten zehn Jahre nur marginal wahrgenommen. Seine internationale Anerkennung setzte in den 1980er-Jahren ein, wobei wichtige Persönlichkeiten der Kunstszene wesentliche Unterstützer auf seinem Weg zum Weltkünstler waren. Seine Arbeiten gehören heute zu den teuersten, mit denen Österreich auf dem internationalen Kunstmarkt vertreten ist, und waren an prominenten Orten wie dem Belvedere-Garten, an öffentlichen Plätzen und am Eisernen Vorhang der Wiener Staatsoper zu sehen. West blieb seiner Heimatstadt stets eng verbunden.