Bewerbung

Sternwarte und Königsschlösser sollen Weltkulturerbe werden

In Sachen Unesco-Weltkulturerbe vertraut Hamburg jetzt auf die Sterne.

Von den zwei neuen Kandidaten, die die Hansestadt bei der Kultusministerkonferenz (KMK) ins Rennen schickt, sieht der Senat vor allem für die Sternwarte in Bergedorf, die in diesem Jahr 100 Jahre alt wird, gute Erfolgsaussichten. "Denn Denkmäler der Wissenschaft sind auf der Liste bislang unterrepräsentiert", sagte Kulturstaatsrat Nikolas Hill gestern bei der Vorstellung der Bewerbung im Rathaus.

Für den ebenfalls vorgeschlagenen Jüdischen Friedhof Altona, der bereits 400 Jahre alt ist, seien die Chancen hingegen "schwer abschätzbar, weil auch andere Bundesländer jüdische Friedhöfe vorschlagen wollen", so Hill. Jedes Bundesland kann der Kultusministerkonferenz bis zum 1. August zwei Vorschläge unterbreiten. Die KMK prüft die Kandidaten auf deren "außergewöhnlichen universellen Wert" und nimmt sie gegebenenfalls auf die deutsche Bewerberliste für die Unesco auf.

Derzeit gibt es 962 Welterbestätten in 157 Ländern, davon 37 in Deutschland. Eine Welterbe-Bewerbung kostet wegen der aufwendigen Kartografierung, Fotografierung und wissenschaftlichen Untersuchung pro Stätte etwa 350.000 Euro, wie Kulturstaatsrat Hill sagte. Ist der prestigeträchtige Status erst mal erteilt, fielen aber kaum zusätzliche Kosten an, da die Stätten bereits unter Denkmalschutz stünden und entsprechend gepflegt würden.

Auch Bayern stellt vier neue Bewerbungen aus: Die Schlösser von König Ludwig II., das historische Technik- und Kulturensemble Augsburger Wasserwirtschaft, die alpinen und voralpinen Wiesen- und Moorlandschaften im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und das Memorium Nürnberger Prozesse. Das entschied das bayerische Kabinett auf seiner Sitzung am Dienstag. Mit seiner Auswahl sei der Ministerrat dem einstimmigen Votum einer unabhängigen Expertenkommission gefolgt, die alle Vorschläge nach den von der Unesco vorgegebenen Kriterien und ihren Erfolgsaussichten geprüft habe.