Blaubeuren

Die älteste Frauenfigur der Welt kommt endlich ins Museum

Die älteste bekannte Menschenfigur der Welt, die "Venus vom Hohle Fels", bekommt einen festen Platz im Museum in Blaubeuren (Baden-Württemberg).

Von 2014 an werde die nur sechs Zentimeter große, aber mehr als 40000 Jahre alte Figur in einem eigenen Raum im Urgeschichtlichen Museum präsentiert. Darauf habe sich die Landesregierung mit allen Beteiligten geeinigt, teilte das Museum mit. Tübingen und Stuttgart gehen damit als Verlierer aus dem Wettstreit um das prestigeträchtige Ausstellungsstück hervor. Auch die ältesten Musikinstrumente der Welt, sehr alte Malereien und andere berühmte Ausstellungsstücke wie der Löwenmensch oder der Wasservogel sollen eine neue Heimat im eher abgelegenen Blaubeuren finden. Damit entsteht in der 12.000 Einwohner großen Stadt ein Museum, das Touristen von weither anlocken soll. Bis 2014 soll das Museum dazu für rund 7,5 Millionen Euro saniert und erweitert werden.

Damit hat sich das Land entschieden, die Eiszeit-Kunst in direkter Nähe zum Fundort im Hohlen Felsen in der Geißenklösterle-Höhle bei Blaubeuren auszustellen - und nicht in stärker frequentierten Touristen-Städten wie Tübingen oder Stuttgart. Dort sollen dem Konzept zufolge allerdings regelmäßig Original-Fundstücke als Leihgaben gezeigt werden.

Der Umgang mit der Eiszeitkunst sorgt in Baden-Württemberg seit Jahren für Streit. Unter Archäologen gilt die Schwäbische Alb rund um Blaubeuren längst als eines der wichtigsten Ausgrabungsgebiete der Welt. Zahlreiche Experten glauben, dass dort die Wiege der Kultur liegt. Die Funde legen nahe, dass die Ur-Schwaben in den Höhlen der Alb vor 35.000 bis 42.000 Jahren die darstellende Kunst, die Musik und womöglich auch die Malerei erfunden haben. Die Landesregierung plant deshalb einen Antrag, die Höhlen als Unesco-Weltkulturerbe anzuerkennen.